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LIDL CONNECT schaltet LTE für Kunden frei – der Dominostein gegen das Discounter-Bashing!

Genauso überraschend wie logisch erhalten Kunden des Prepaid-Discounters LIDL CONNECT seit dem 12.7.2019 eine Internet-Flat mit 4G-Highspeed (LTE). Die Umstellung auf die schnellere Mobilfunktechnik platzt mitten in die Debatte um die UMTS-Abschaltung − und beweist, dass nicht 3G, sondern das Billigverträge-Basshing vor dem Aus steht.

Der UMTS-Abschaltung zum Trotz: Upgrade auf LTE?

Welch eine LTE-Panik! Anfang Juli 2019 evozierte − ausgelöst durch eine Retrospektive der Bundesnetzagentur (BNetzA) − u.a. SPIEGEL ONLINE ein Drama um die UMTS-Abschaltung, ungeachtet der Tatsache, dass sich vor allem (seit der Zeitpunktbetrachtung der BNetzA) bereits einiges im Markt der Billiganbieter getan hatte. So schalteten mobilcom-debitel (und die damit verbundenen Marken aus dem freenet-Portfolio wie Klarmobil) und otelo (Vodafone-Netz) im Frühjahr 2019 für ihre Discountmarken schnelles Internet (LTE, 4G) frei − einfach so, kostenlos.

Über Nacht erhöhte sich damit die Anzahl derer, die − ein LTE-fähiges Smartphone vorausgesetzt − ab sofort mit 4G statt nur noch 3G unterwegs waren.

LTE bei Billiganbieter LIDL CONNECT: Wird der Discounter zum Last-Minute-Vorreiter?

Nun stößt mit LIDL CONNECT auch ein Prepaid-Discounter zu diesem erlauchten Kreis, der bald gar nicht mehr so exklusiv sein dürfte. In der Pressemitteilung heißt es:

»Günstig kann auch schnell: Lidl Connect ist jetzt im LTE-Mobilfunkstandard (4G) zum unveränderten günstigen Lidl-Preis verfügbar. Neukunden surfen ab sofort in allen Tarifen in bester D-Netz-Qualität mit LTE mit bis zu 21,6 Mbit/s im Download – connected by Vodafone […] Bei Bestandskunden erfolgt die Umstellung auf den 4G-Standard automatisch und sukzessive bis zum 15. Juli 2019. Diese werden vor der Freischaltung per SMS benachrichtigt.«

Doch wenn die Ausbauverpflichtung der Mobilfunker von 2015 bis zum Jahresende 2019 tatsächlich realisiert werden sollte, bedeutete das ohnehin: LTE muss günstiger (oder gratis!) werden. Ob da sogar maximal 21,6 Mbit/s. ausreichen, stellen wir zwar infrage (aber hinten an), zu Beginn ist es jedoch ein richtiger erster Schritt.

So heißt es doch wortwörtlich (Quelle: BNetzA):

»In der Frequenzversteigerung 2015 wurden die erfolgreichen Bieter verpflichtet, zum 1. Januar 2020 eine Mobilfunkversorgung von mindestens 97 % der Haushalte in jedem Bundesland und 98 % bundesweit zu erreichen. Zudem ist eine vollständige Abdeckung der Hauptverkehrswege zu gewährleisten, soweit dies rechtlich und tatsächlich möglich ist. Dabei sind Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde pro Antennensektor zu erreichen.«

Da Übertragungsraten von 50 Mbit/s. ja nur mit 4G (LTE) erreicht werden können, sollte klar sein: Bis Jahresende muss LTE her, und das schnell (also quasi mit LTE-Geschwindigkeit). Es sei denn, man behandelt die LTE-Ausbauziele wie die Klimaziele − sprich: Man kalkuliert das Reißen bereits ein.

LIDL unternimmt hier zusammen mit Vodafone von der Discounterseite den richtigen Schritt, münzt die Ausbauverpflichtung der Netzbetreiber noch clever Last Minute in Marketing um, bevor es denn zu spät ist, dass Verbraucher hier noch etwas Positives mit verbinden.

Meilenstein als Dominostein? LIDL CONNECT hat das Potenzial zur Veränderung des Billigtarifmarkts

Prognose: LIDL CONNECT − da im D-Netz, durchaus ein Meilenstein, die LTE-Freischaltung für Prepaid-Discounter! − bleibt mit Sicherheit nicht der einzige »Billiganbieter«, der (außerhalb des Telefónica-Netzes, dort ist ja bereits lange umgestellt) mit LTE-Nachrichten um die Ecke kommt. Der Meilenstein als Dominostein − denn denkbar ist, dass jetzt auch andere Billiganbieter in den D-Netzen auf 4G umsatteln (um noch schnell den Marketingeffekt mitzunehmen). Zum Teil aus Druck, zum Teil, weil alles andere einfach widersinnig ist!

Für congstar dürfte es wohl noch bis zur IFA 2019 dauern − dann könnten auch Penny Mobil und ja! Mobil »umfallen«. Die Berliner Funkausstellung wird von der Telekom ja regelmäßig genutzt, um mit Pauken und Trompeten für neue Tarifangebote zu trommeln.

LTE bei LIDL CONNECT zeigt: Billigtarif-Bashing trägt nicht mehr!

Vielleicht sorgt die LTEisierung beim Prepaid-Discounter LIDL CONNECT (und bei weiteren No-Frills-Anbietern) aber dafür, dass das Billigtarife-Bashing möglichst schnell ad acta gelegt wird. Die UMTS-Abschaltung ist definitiv ein Risiko für Verbraucher, die bislang noch keine Berührungspunkte mit 4G-Technik hatten, klar.

Wer jetzt noch an UMTS festhält und Zweijahresverträge in diesen Netzen anbietet, wird damit schließlich nur noch unzufriedenere Kunden in den nächsten Monaten produzieren. Schlecht für den Leumund, schlecht für die Marken. Für uns scheint es vollkommen logisch, dass Provider und Discounter sich ins Zeug legen werden, um ihren Kunden LTE ohne Aufpreis anbieten zu können − vor allem Billiganbieter. Und auch in Tarifen, die aktuell noch offiziell »ohne LTE« angeboten werden.

Denn kein Anbieter kann sich mehr Erfahrungsberichte zu schlechtem Netz leisten. Außerdem können ja Bußgelder drohen, wird die Ausbauverpflichtung nicht eingehalten.

Dass die UMTS-Abschaltung kommen wird (2020 oder 2021), ist vollkommen klar. Dass LTE die Basisnetztechnologie wird, aber doch auch. Bitte keine Panik vor dem Ende von 3G − es ist der (eigentliche) Anfang von 4G in Deutschland (ohne Zweifel: viel zu spät).

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