convertimize.de » Keine kürzeren Handyvertragslaufzeiten

Umfrage: Laufzeitverkürzung von Handyverträgen nicht gewünscht

Eine aktuelle YouGOV-Studie im Auftrag der Unternehmensberatung Bearing Point bringt Überraschendes zutage: So wünscht die Mehrheit der befragten Verbraucher(innen) keine Laufzeitverkürzung ihrer bisherigen Handytarife − anders als es das Verbraucherschutzministerium mit dem Gesetz zur Befristung von Handytarifen auf maximal 12 Monate plant. Und wohl auch anders, als wir uns das vorstellen würden. Und doch stellt sich die Frage: Werden nicht immer Äpfel mit Birnen verglichen? Lässt sich überhaupt eine eindeutige Meinung dazu über Umfragen ermitteln?

Über 2.000 Studienteilnehmer(innen) wurden vom 30. April bis 4. Mai 2020, also mitten in der Corona-Zeit, befragt. 68% sind mit ihrer Vertragslaufzeit zufrieden, fast jeder Zweite (48%) bevorzugt weiter Laufzeit-Verträge, wenn sich dadurch höhere Gebühren vermeiden lassen.

Die Daten sind insofern aussagekräftig, dass 55% einen Vertrag MIT Laufzeit nutzen (allerdings konkret mit 24 Monaten: 40% − paradox, weil Drillisch ja erst seit Kurzem 3-Monats-Verträge eingeführt hat und die 6 Monate laufenden Tarifhaus-Tarife auch nicht mehr vertrieben werden − wie kommen hier 15% Unterschied zustande?).

Denn eigentlich werden hier immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen − Verbraucher(innen), die ihren Handytarif unabhängig vom neuen Smartphone abschließen, werden eher an kürzeren Laufzeiten und Flexibilität interessiert sein (weil der Getrenntkauf ja für Flexibilität und nicht fürs Sparen steht), während Bundle-Käufer (Handy mit Vertrag) nun mal eher des günstigeren Angebotes wegen zuschlagen. Die 55% (vs. dann 45% SIM-only) bedeuten ja im Grunde Ausgewogenheit unter den Umfrageteilnehmer(inne)n.

Unsere Meinung: Je nachdem, wer befragt wird, dürfte demnach unterschiedlich antworten.

Und genau dieser Fakt wird bislang zu unpräzise aufgeschlüsselt. Wenn unterschiedliche Intentionen in einen Topf geworfen werden, geht die tatsächliche Aussagekraft selbst repräsentativer Studien dahin. Und dennoch gibt es sie, die Aussagekraft.

Höhere Preise für kürzere Laufzeiten möchten Verbraucher(innen) nicht in Kauf nehmen, hierzu heißt es:

» Lediglich einen zusätzlichen Betrag von einem bis fünf Euro im Monat würden 43 Prozent für eine verkürzte Vertragslaufzeit in Kauf nehmen.«

Trotz aller Methodenkritik (an der Auswahl der Testgruppe für oben skizzierte, erwartete Antworten); letztlich zeigt die Studie: Nicht alle Verbraucher(innen) finden die Idee der kürzeren Laufzeit im Hinblick auf die zu erwartenden Kostensteigerungen sinnvoll. Wer hätte das gedacht? Wir hätten ein klares Votum pro Kurz-Laufzeit erwartet.

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